, Bekleidung (TRI Club Bodensee)

UNBOUND 200 miles

Das Unbound Gravel Rennen in Emporia, Kansas ist das wohl bekannteste und berüchtigtste Gravelrennen. Distanzmässig ist für jeden etwas dabei, von 25 Meilen bis hin zum Rennen mit ca. 1250 Age Groupern am Start.

Bevor um 6:30 der Start-Schuss fiel, wurde es für amerikanische Hymne noch einmal mucksmäuschen still. Dann war es so weit und wir begeben uns auf ein 207 Meilen (332 km) langes Abenteuer. Am Anfang noch Wetterglück, kehrte dieses bald und nach ca. 20 km fuhren wir das erste Mal im Regen. Hier beginnt auch die erste berüchtigte «Mud Section». Diese Abschnitte sind oft geprägt von so klebrigem Match, der innerhalb von Sekunde alles blockiert, was zur Folge hat, dass das Velo getragen werden muss. Daher auch lange Überlegungen, welche Pneu nun die idealsten sind. Aufgrund des angesagten Regens, und damit Matsch, haben wir uns für einen Semi-Slick Pneu für genügend Reifenfreiheit entschieden. Gute Wahl, ich konnte bis auf kurze Stücke die Mud Section durchfahren und nichts hat blockiert. Die ersten ca. 180 km waren dann geprägt von immer wieder (starkem) Regen, teilweise auch Gewittern, mit Blitzen links und rechts von einem. Hauptsache weiter war hier die Devise. Irgendwann nahm dann Sonne und Wind die Überhand und damit auch endlich trockene Wege, wo es doch deutlich besser rollt, als wenn alles nass ist. Nach 200 km wurde es schon lang und hart, vor allem da ich bis dort hin auch nicht mit Magenkrämpfen und Beinkrämpfen verschont geblieben bin, aber zum Glück immer nur so schlimm, dass ich trotzdem angepasst weiter fahren konnte. Dann kam noch eine kurze Zwangspause, da sich meine Cleats gelöst haben und ich diese wieder festschrauben musste, aber auch hier war ich froh, dass es sich um einen technischen Defekt handelte, den ich leicht beheben konnte. Irgendwann waren es dann endlich weniger als 100 km bis zum Ziel und damit noch ca. 25 km zum 3ten und letzten Checkpoint. Ich habe das kalte Cola schon visualisiert. Nach dem Bidons auffüllen, Cola trinken und Kette beim Neutral Support reinigen & schmieren lassen, ging es auf die letzten 75 km. Nach dem letzten «Anstieg» habe ich nochmal meine Kräfte mobilisiert, um mit ein paar anderen in die lange flache an Anfahrt nach Emporia gehen zu können. Als Gruppe rollt es sich doch einfacher, vor allem im Gegenwind. Nach 12:31:53h war ich wahnsinnig froh endlich die Finishline zu überqueren. Damit wurde ich overall 129 von 1252, bei den Agegroup Frauen 7 von 150 und in meiner Alterskasse 4 von 27 (Platz 3 habe ich um 12 Sekunden verpasst, nein ich habe sie nicht gesehen, aber da die ersten 5 eine Trophäe bekommen, nicht die erste neben dem Podest, sonst wären die 12 Sekunden schon bitter gewesen).