, Kaufmann Volker

Zermatt Ultramarathon

45 km – 2500 hm – von St. Niklaus über Zermatt auf den Gornergrat auf über 3000 m.

Eigentlich war das gar nicht eingeplant. Zwei Kollegen haben im März gemeint, sie starten beim Zermatt Ultramarathon – „...wär doch auch was für dich!“. Naja, eigentlich bereite ich mich ja auf die Tour des Stations vor und wollte bis dahin nur Rad fahren. Aber Berge, Laufen, geile Kulisse, also doch angemeldet und wieder Joggen und Bergläufe ins Training aufgenommen.

Wetter: perfekt, warm, kaum Wind. Der Start: easy. Die ersten nur leicht ansteigenden 24 Kilometer liefen gut, ich hab mich aber zurückgehalten. Bloss nicht überpacen. Dann wurde es ernst – ab Zermatt ging’s nur hoch und wurde schnell so steil dass immer mehr gehen mussten. Zwischendurch konnte man nicht mehr von Laufen sprechen. Hinter Sunegga gings dann nochmal längere Passagen runter bis zur Riffelalp: bergab war mein Revier. Ich könnte schön runterballern. Knie? Oberschenkel? Alles top. Wurde nur zwei mal aufgehalten weil welche nicht Platz machen konnten oder wollten.  

Dann kam der Anstieg parallel zur Gornergratbahn: sehr, sehr steil. Ab da war klar: Ab hier wird nur noch gegangen und jetzt wird’s Kopfsache. Bei km 42 wurde mir schlecht, konnte aber alles bei mir behalten. Kurz hingesetzt, zum Essen gezwungen, weiter. Mentale Wellen rauf und runter. Mein Kumpel und ich haben uns auf der Strecke mehrfach gegenseitig eingeholt. Dann, kurz vor Schluss: Kontrolle durch ein Helfer (Arzt?)! Brille ab, Blick in die Pupillen – ich durfte weiter. Denn geradeaus gucken konnte ich noch.

Der Schlussanstieg: 20 %, teilweise über Fels. Und als ob das nicht reicht, noch ein paar Treppenstufen. Da waren die Beine nur noch Brei. Am Zielbogen stand Kerstin und hat gepfiffen. Auf den letzten 20m hat es noch für einen Trab gereicht.

Fazit: Hammerkulisse, Traumwetter, richtig harter Lauf. Aber geil. Und im Ziel war ich schnell wieder erholt. Bin mit 5:39 h unter den angepeilten 6 h geblieben. Platz 9 in der AK 50. Passt.